Von den bösen Weingärtnern (Markus 12, 1-10)
Von den bösen Weingärtnern (Markus 12, 1-10)
1
Und er fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. 2 Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs hole. 3 Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. 4 Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; dem schlugen sie auf den Kopf und schmähten ihn. 5 Und er sandte noch einen andern, den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die andern töteten sie. 6 Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den sandte er als Letzten auch zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. 7 Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein! 8 Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg. 9 Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. 10 Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen (Psalm 118,22-23): „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“
Liebe Gemeinde!
Unser Predigttext beginnt richtig frühlingshaft. In diesem Gleichnis begegnet uns Gott als Landschaftsgärtner. Er pflanzt einen Weinberg, zieht einen Zaun, gräbt eine Kelter und baut noch einen Turm dazu. Gott, der Weingärtner, müht sich, macht sich als viel Arbeit, gestaltet das Leben … und darf wohl auf einen guten Ertrag von diesem Weinberg hoffen. Dann verpachtet er ihn an Pächter, die er selbst beauftragt, und geht außer Landes.
Leicht und beschwingt beginnt das Gleichnis. Und mit der Sonne, die draußen scheint, könnten sich wie von selbst frühlingshafte Bilder von blühenden Wiesen einstellen.
„Wie schön wäre das doch: mit dem Weingärtner und den Pächtern zusammen im Weinberg ausruhen und warten, bis die Trauben reif sind.“
Ja, wenn nur alles so schön bliebe! Und wenn da nicht auch die ganz anderen Bilder der letzten Woche und im Predigttext wären. Bilder nicht von Sonne und Frühling. Bilder, die unseren Blick verdüstern und unser Herz traurig machen.
Was wie der Frühling beginnt, geht jetzt dunkel und tragisch weiter. So ist es in diesem Gleichnis, und so ist es seit vergangenen Mittwoch in unserem Land und sicher auch bei Ihnen, bei allen, die noch immer wie fassungslos zurück denken an den Amoklauf am vergangenen Mittwoch an der Realschule Winnenden.
Ich möchte deshalb jetzt versuchen, uns dieses Gleichnis Jesu auszulegen vor dem Hintergrund dessen, was in Winnenden geschehen ist. Und ich möchte das wenige tun, was der Pfarrer und was wir als Christen alle tun können: nämlich auch das Schwere des Lebens nicht an Gott vorbei zu bedenken, sondern es im Lichte Gottes und unseres schwer geprüften Glaubens an ihn zu bedenken. Nicht, weil wir auf alles oder auf vieles eine Antwort wissen. Sondern um Fragen, vielleicht auch Ihre Fragen, in Worte zu fassen und im Vertrauen darauf, dass Jesus, der dieses Gleichnis einst erzählt hat, auch uns damit etwas sagt.
I.
Los ging es auch frühlingshaft oder ganz alltäglich am letzten Mittwoch. Ein Tag wie jeder andere. Wie auch der 11. September 2001 und wie viele große und kleine Gewalttage, von denen die Medien uns nicht berichten.
Aber dann hören oder sehen wir wie ungläubig das, was die Medien uns berichten. Es dämmert uns, dass etwas Schreckliches geschehen ist. Ein Ausbruch von Mord und Gewalt.
Auch in unserem Gleichnis, so hatten wir gesehen, begann es unscheinbar und frühlingshaft.
In Winnenden ist es eine Person, die 15 Unschuldige und dann sich selbst in den Tod reißt. In unserem Gleichnis sind es die wohlversorgten Pächter des Weinberges, die die Boten des Weinbergbesitzers entweder schlagen oder töten, und die dann zuletzt auch den Sohn des Weinbergbesitzers umbringen in einem Ausbruch von Hass, der nur schwer oder gar nicht zu verstehen ist.
Soweit das, was geschehen ist. Im Gleichnis und in Winnenden. Jetzt die Frage:
Warum tut ein Mensch, warum tun mehrere Menschen so etwas? Und was ist da vorher alles geschehen, dass es so weit kommen konnte?
II.
Es mag typisch sein und zugleich traurig machend, dass wir über die Ursache der Gewalttat im Gleichnis nicht alles wissen. Neid, Gier, Anerkennung spielen eine Rolle. Etwas hatte sich angestaut. Ihre Gier wird zu Wut. Ihre Wut wird zum Hass. Ihr Hass wird zur Rache. Sie wollen es dem oder den anderen endlich einmal „zeigen“.
Und auch beim Amoklauf in Winnenden konnte man, wie es heißt, im Vorfeld kaum etwas erkennen. (Manches mag nach der Auswertung aller Spuren ans Licht treten, doch im Vorfeld war es scheinbar nicht zu sehen.)
Nach außen, wie man hörte, war Tim K. ein „völlig unauffälliger Junge“, der nie in irgendeiner Form auffällig wurde. Aber
„es war, als habe er eine zweite Identität gehabt“, wird über ihn gesagt.
Auf der Suche nach einer Antwort las ich einen Artikel zum Amoklauf, der den Titel trägt:
„Wenn Wut rasend macht“.
Hier wird uns eine Entwicklung gezeigt von der Wut zur Raserei. Beides hängt zusammen und ist doch verschieden.
Wut und Zorn kennen wir auch in unserem eigenen Leben. Wir wissen auch: es gibt Ungerechtigkeit und Unrecht, Ungleichheit und Benachteiligung. Bei Schülern und Lehrern, bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. All dies ist menschlich. Wir sehen es täglich und wir wären keine Menschen, wenn wir die damit verbundenen Gefühle verheimlichen oder verleugnen würden.
Aber was ist, „wenn Wut rasend macht“, wenn sie gar zum Amoklauf führt? Wenn aus dem Gefühl die böse Tat wird, was ist dann geschehen?
Die böse Tat beginnt lange zuvor als böser Gedanke (Kain senkt seinen Blick …; 1. Mose 4, Schriftlesung), als dunkles Gebräu im Inneren, das unter der Außenhaut brodelt, bis es irgendwann einmal die Oberhand gewinnt, bis es überkocht, weil es doch einmal „raus“ muss. Das Unwesen, das Destruktive, beginnt und wächst im Verborgenen. Mit dem bösen Willen. Und im Ausbruch der Aggression ist der Mensch dann nicht mehr Herr im eigenen Haus. Sagt nicht nur die Bibel. Sagt ebenso Martin Luther, der uns beschrieben hat als ein Reittier, das entweder von Gott oder vom Teufel geritten wird. Und sagt ebenso der Psychologe Siegmund Freud. Und das Wort „Amok“ geht zurück auf die Kolonialzeit des heutigen Malaysia. Junge Männer, die in ihrer Ehre gekränkt worden sind, rannten plötzlich „Amuk, Amuk“ schreiend durch den Basar und stachen wahllos auf Passanten ein.
Wie kann aus dem Gefühl des Zornes eine böse Tat werden?
Wenn wir mit dieser Frage wieder unser Gleichnis befragen, so sagt es uns im Übergang von seinem leichten zu seinem düsteren Teil etwas Entscheidendes. Es sagt: Der Weingärtner, also Gott, geht „außer Landes“. Gott ist nicht mehr direkt da. Ja, Gott wird in unserem Gleichnis selbst mit gar keinem Wort genannt. Jesus sagt: ein „Mensch“ pflanzte den Weinberg.
„Gott – außer Landes“. Das ist zum einen unsere Situation auf Erden. Wir leben „jenseits von Eden“. Gott ist nicht direkt anwesend im Weinberg.
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, hat Jesus selbst einmal gebetet. Gott gibt uns zuweilen das Gefühl, als sei er „außer Landes“, als sei er „weit weg“. (Er vergisst den Weinberg nicht. Er sendet weiter seine Boten. Und am Ende seinen Sohn.)
Aber dass Gott „außer Landes“ ist, bedeutet für manche Menschen in unserer Gesellschaft und – seien wir ehrlich - auch für uns manchmal noch etwas anderes: nämlich ein gottvergessenes Leben. Immer wieder einmal wird gerade die Gottesvergessenheit verantwortlich gemacht, nun nicht so sehr für Grausamkeiten, sondern für die Einsamkeit vieler Menschen, und für ihr Alleinbleiben mit ihrer Schuld und ihrem Zorn.
Das Lebensgefühl, dass Gott „außer Landes“ sei, hat eine existentiell Bedeutung. Was bedeutet es? Ohne Gott aufzuwachsen, bedeutet nicht so sehr, wie wir es auch immer wieder hören, dass dann „alles erlaubt“ wäre (Dostojewski). Es bedeutet etwas Schlimmeres. Ohne Gott aufzuwachsen und zu leben, bedeutet: Ohne den Gott zu leben, der Sünden vergibt.
Es gibt Zorn, Wut, Ungerechtigkeit auf Erden. Aber schlimmer noch ist – so glaube ich – mit diesem Gefühl allein zu sein, keinen zu haben, keinen nahen Menschen und keinen Gott, der sich meiner Sorgen wirklich annimmt, der meine Wut versteht, und, wie Gott es tut, der die Schuld vergibt.
Nach allem, was man weiß, trifft gerade dies auf Amokläufer zu: sie haben den Tunnelblick, sie sind allein mit ihrer Wut, sie fühlen sich benachteiligt, die oft sehr lange in ihnen brodelt, sie können sie nicht mehr konstruktiv, nur noch destruktiv, loswerden, wollen es allen einmal zeigen, und sie haben niemand, der ihnen vermittelt, welche Würde auch ein weniger erfolgreicher Mensch hat, und dass auch er geliebt wird.
Bei Tim K. aus Winnenden war es, soweit wir sehen können, wirklich so, dass er kein großes Selbstwertgefühl hatte. Er hat nicht viel über sich geredet. Auch zuhause gab es wohl wenig bis keine emotionale Wärme. Er sah gern Horrorfilme und spielte Ballerspiele. Sie mögen, wenn man sie über Jahre konsumiert und wenn keine anderen Kontakte als Ausgleich da sind, die Hemmschwelle weiter senken. Er hat über sich folgendes geschrieben: „Was ich an mir liebe? Nix. Was ich an mir hasse? Nix. Job? Leider immer noch Schüler.“ Über ihn wurde gesagt:
„Einen echten Freund hatte er nie“, er habe versucht, sich Freunde zu kaufen. Und ein ehemaliger Schüler sagte von ihm:
„Er war saumäßig schlecht. Alle nannten ihn Loser.“ Auch seine Freundin hatte gerade mit ihm Schluss gemacht. Ich bedaure auch die Menschen, denen man gleich nach dem Amoklauf ein Mikrofon hinhält und die sich dann dazu äußern sollen. Gerade eine solche Äußerung wie die eben genannte zeigt auch etwas von der Ablehnung, die dieser Junge wohl erfahren hat. Jahrelange Verletzungen, Mobbing, schlägt auf die Seele und aufs Gemüt. Es ist kein sozialer Tod. Aber es mag auf die Betroffenen so wirken. Es entschuldigt nichts und rechtfertigt nie die Anwendung von Gewalt. Aber es mag erklären, dass hier einer selbst sich als Opfer sah.
So, wie es ein ehemaliger Nazi-Schlächter einmal sagt:
„Im Leben bist du entweder Opfer und Täter. Dann bin ich lieber Täter.“ So, wie es im Gleichnis auch nur zwei Gruppen von Menschen gibt, die klar voneinander geschieden sind:
es gibt die Boten, die zu den Bösen gesendet werden. Und es gibt die bösen Weingärtner.
Wenn unser Gleichnis uns etwas sagen kann, dann dieses: bei einer Gewalttat wird gehandelt, als sei Gott weit weg, „außer Landes“, und das heißt: man hat den Gott, der uns annimmt und der die Schuld vergibt, vergessen.
III.
Es ist tragisch und bleibt tragisch. Es steht in unseren Möglichkeiten, Gott zu vergessen. Und man kann erwachsen werden ohne Gott. Wenn ich hier „Gott“ sage, meine ich immer den Gott, den Jesus uns nahe gebracht hat. Den liebenden Vater, der seine Kinder umarmt, nicht einen Feld-, Wald- oder Wiesengott.
Und es liegt in der Tragik unseres Lebens, dass Zorn zu Gewalt wird und dass wir Leid über andere, über uns und über diese Welt bringen können. So war das auch bei den bösen Weingärtnern. Und so war es bei Tim K. aus Winnenden.
Oben habe ich den Nazi-Verbrecher zitiert, der sagte: man ist im Leben entweder Opfer oder Täter. Dann doch lieber Täter.
Menschen, die nichts anderes kennen als das, Opfer oder Täter sein, sind arme Menschen.
Sie sind arm, weil sie ihre Wut, ihre Aggression, nicht konstruktiv, sondern nur destruktiv bewältigen. Weil der Wert ihres Lebens allein liegt am Erfolg. In der Schule, im Beruf (die bösen Weingärtner sind gierig!), bei den Mädchen oder bei den Jungs, in der Zahl der sozialen Kontakte und im Respekt, den andere einem entgegenbringen …
Wir alle sind auch einmal Opfer, und wir sind alle auch einmal Täter. Die Bibel sagt uns: Kain und Abel ist in jedem von uns. Aber wir sind weit mehr. Wir dürfen auch einmal wütend sein, oder einmal zickig oder zornig. Das ist keine Krankheit. Das ist menschlich. Auch Frust ist menschlich. Und was menschlich ist, gehört zu uns.
Aber wir sind arm, wenn wir damit nicht anders, als auf eine kranke und destruktive Weise umgehen können. Und was uns jahrelang krank macht, bricht irgendwann heraus. Es meldet sich lange zuvor schon an als böser Gedanke. Es meldet sich bei Tage, und in der Nacht im Traum. Das Böse kommt gern durch die Hintertür in unsere Gedanken und in unser Herz.
IV.
Wenn wir auf die bösen Weingärtner sehen, … so führt dieses Lebensgefühl bei ihnen dazu, dass sie alles Gute und Schöne, was auch zum Leben gehört, alle Erinnerung an den guten Eigentümer des Weinberges, alle Aussichten auf einen guten Ertrag und Lohn …, verabschieden, und so die Gier und das Böse in ihnen den Sieg davonträgt. Sie verbünden sich und schlagen zu. Sie planen den Angriff, wie ein Täter, der lange unauffällig bleibt, auch seinen Amoklauf lange im voraus plant. Die Waffen sind im Gleichnis die eigenen Hände. Eine Waffe ist immer zur Hand. Eine Waffe ist nicht erst ein Gewehr oder eine Pistole aus einem sträflich ungesicherten Waffenschrank. Eine Computermaus kann zur Waffe werden. Auch unsere Worte sind Waffen. Worte von Mitschülern und Lehrern, Worte von Eltern und Kindern. Sie sind zuweilen wie Messer, wenn sie abschneiden, ausschließen und verurteilen.
„Was die Zunge zerschneidet“, sagt man, wächst nicht mehr zusammen. Über Jahre zugefügte Demütigungen, Worte von Mitschülern und Lehrern, können wie ein Messer sein.
Und so kommt er zur Gewalttat. Mit Worten, die es ankündigen, wie im Gleichnis, oder wortlos wie in Winnenden.
V.
Und wo ist Gott in alledem? Und was tut Gott? Tut er überhaupt etwas? Hat er sie nicht schützen können? Und wenn er es konnte, warum tat er es nicht?
Im Anfang des Gleichnisses heißt es, dass der „Gott“ außer Landes ist. Es scheint also, als sei unsere Welt gott-los oder gott-fern. Aber das ist sie nicht.
Gott tut etwas. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Dauerhaft. Er sendet seine Boten. Und mit ihnen sendet er seinen Willen. Er sendet sie mitten hinein zu den bösen Weingärtnern. Mitten in die Bedrohung und Ablehnung, auch mitten hinein in sozialen oder leiblichen Tod. Und er sendet am Ende in seinem Sohn sich selbst. Was immer am Sohn geschieht, erlebt auch der Vater.
Ja, er lässt es sogar zu, dass der letzte Bote, sein eigener Sohn, aus Gier ermordet wird von einer irregeführten, seelisch blinden Anführerschaft und unter dem Jubel einer verblendeten Menge.
Ich habe gesagt: Menschen, die nur unterscheiden und zuordnen können in Opfer und Täter, sind arme Menschen. Dann sind die Boten, die zu ihnen gesendet werden, reicher als sie. Auch wenn sie sich in dem Moment der Bedrohung nicht mit Gewalt verteidigt haben. Auch wenn Gottes letzter Bote, sein Sohn, sich hätte wohl, wie er selbst sagt, mit zwölf Legionen Engeln verteidigen können, … er tat es nicht. Gottes Weg zu uns ist und bleibt nicht der Weg der Gewalt. Auch wenn sein Frühwarnsystem wusste, was seine Boten manchmal erwartet, wenn sie wie Schafe unter die Wölfe gehen. Sie sind die Reichen. Die Wölfe sind die Armen.
VI.
Was ist der Reichtum der Boten? Worin besteht der Reichtum? Um es mit den Worten Tolstois zu sagen: Sie kennen Gott. Und Gott kennen ist Leben. Nicht den Feld-, Wald- und Wiesengott. Sondern den Gott, der Schuld wegnimmt, der bedingungslos liebt, der uns nicht allein lässt mit Angst, Aggression oder Demütigung, der uns auch im Tode nicht verlässt, der nicht zulässt, dass das Böse am Ende siegt. Es siegt nicht.
„Alles vergehet, Gott aber stehet.“
Ich habe vielleicht auch einmal gedacht, dass das ja recht wenig ist im Vergleich mit all dem Schlimmen, was auf Erden passiert. Aber in vielen Gesprächen, gerade auch mit älteren und kranken Menschen hier in der Gemeinde, aber auch immer wieder mit Jüngeren, weiß ich, dass das viel ist: Gott zu kennen ist viel! So sehr wir gerade nichts davon sehen. So sehr wir es manchmal nur glauben können gegen den Augenschein und Gott um seine Nähe bitten können: Das Gute ist in der Welt! Und Gott ist in der Welt! Und es gibt uns ein stabiles Selbstwertgefühl.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“, sagt Paulus einmal (Röm 12, 21).
Wir sind traurig im Herzen. Wir trauern mit den Opfern. Aber wir sind nicht allein.
Es lässt Gott nichts unbetroffen, was auf Erden geschieht. Und er lässt nicht zu, dass wir ohne Trost sind. Dass der Tod am Ende steht. In den Schlussworten des Gleichnisses (nach Ps 118, 22f.):
„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“ Jesus Christus lebt. Er ist auferstanden.
Amen.