„Schwäbischa-Kirch-Pfarrer“ bei Seniorenfeier
In den festlich geschmückten Saal des evangelischen Gemeindehauses von Wälde hatten die Mitglieder des Erwachsenenhauskreises alle über 60-jährigen Einwohner von Wälde, Dottenweiler und Salzenweiler am 2. Advent persönlich eingeladen. Sie haben keine Mühen gescheut und mit Kuchen, belegten Broten, Kaffee und Tee, sowie kalten Getränken dafür gesorgt, dass es den Eingeladenen rundum gut ging.
Gottlob Rehfuß freute sich in seiner Begrüßung sichtlich darüber, dass so viele Mitbürgerinnen und Mitbürger die Einladung angenommen hatten. Er richtete Grüße von Pfarrer Thomas Föll aus, der sich zur Zeit noch in einer dienstlichen Auszeit befindet. Bürgermeister Thilo Schreiber und Ortsvorsteher Hans-Ulrich Wössner ließen sich jeweils entschuldigen. Auch der Ehrenbürger von Betzweiler-Wälde, Bürgermeister i. R. Reinhold Johne konnte in diesem Jahr nicht kommen, weil er erst wenige Tage zuvor nach einer schweren Operation wieder nach Hause gekommen war.
Nach dem gemeinsam gesungenen Lied "Wie soll ich dich empfangen" ging es dann um "Gschichta aus dr Bibel für Schwoba". Dazu war Pfarrer i. R. Rudolf Paul aus Wolfenhausen eingeladen worden. Er erzählte zunächst, wie er als junger Mann zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen, zunächst eine Schneiderlehre absolvierte und dann in Hamburg Theologie studierte. In Norddeutschland hatte er dann auch seine erste Pfarrstelle und erlebte einmal einen Gottesdienst, in dem die Predigt in Plattdeutsch gehalten wurde. Er merkte, dass er selbst zwar nichts davon verstanden hatte, wie die einheimischen Zuhörer aber sehr davon angetan waren.
Als Pfarrer Paul dann in der Württembergischen Landeskirche seinen Dienst aufnahm, hielt er bald Gottesdienste in schwäbischer Sprache und merkte, dass er damit einen großen Kreis von interessierten Menschen ansprach. Nach seinem ersten Heilig-Abend-Gottesdienst sagte ein kleines Mädchen: "I hab jedes Wort verschtanda!". Da dachte Pfarrer Paul: Wenn das kleine Kind alles verstanden hat, dann haben es die Alten sicher auch verstanden. In der Folgezeit übersetzte er zunächst einzelne Bücher des Neuen Testamentes. Und im Ruhestand setze er sein Werk mit der Übersetzung der ganzen Heiligen Schrift fort.
Daraus las er in einem ersten Teil die Geschichten, die sich mit dem Advent, also dem Ankommen Jesu auf dieser Erde beschäftigen. In einem zweiten Teil erzählte er noch humorvolle Begebenheiten aus einem Pfarrhaus. Da gab es viel zu schmunzeln, aber auch manches zum Nachdenken.
Viel zu schnell ging die Zeit vorüber. Gottlob Rehfuß bedankte sich mit einem Weinpräsent bei Pfarrer i.R. Paul, der im nächsten Jahr am 13. Juni beim Kirchplatzfest in Betzweiler die Predigt in schwäbischer Sprache halten wird.
Auch bei den Frauen des Hauskreises bedankte sich Gottlob Rehfuß ganz herzlich für ihren überaus großen Einsatz.